Berlin:Knackpunkt beim Beschluss zur erg.Betreuung lebensältere behinderte Schülerinnen

Posted on 9. Juni 2012



Eines vorweg: Nicht jeder Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist ein nach dem SGB anerkannter schwerbehinderter Mensch.

Zweites vorweg: Es ist mehr als großartig, dass jetzt die ergänzende Betreuung für die lebensälteren Schülerinnen gesetzlich verankert werden soll, ich kann mich daran erinnern, dass ich mich bereits 7 Jahre mit dem Thema befasst habe und dafür gestritten, federführend war immer Elfi Jantzen über die ganzen Jahre. Sie hat uns immer unterstützt, alles im Pardok nachzulesen.

So und nun der Knackpunkt der in Erwartung zu tretenen neuen Regelung:

Aus der Synopse des 2. Referentenentwurfs:

§ 28a SopädVO  Weitere Ganztagsangebote für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Schülerinnen und Schüler, die der Förderstufe I oder II zugeordnet sind oder sonderpädagogischen Förderbedarf in den Förderschwerpunkten „Geistige Entwicklung’ oder „Autistische Behinderung“ haben und keine Schule mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten „Geistige Entwicklung“ oder „Autistische Behinderung“ besuchen, erhalten an ihrer besuchten Schule in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 ein auf ihren Bedarf abgestimmtes Angebot einer den Unterricht ergänzenden  Betreuung. Dieses Angebot umfasst höchstens 37,5 Zeitstunden pro Woche und schließt die Essensversorgung mit ein; es setzt voraus, dass an der besuchten Schule ein Ganztagsangebot besteht.

Soll durch den gestrigen Beschluss im Bildungsausschuss des Änderungsantrages der Koalition wie folgt ergänzt werden:

10.  § 28a SopädVO wird wie folgt geändert:

„Eine ergänzende Förderung und Betreuung wird mit der Maßgabe angeboten, dass diese neben der Frühbetreuung von 6.00 bis 7.30 Uhr die Zeiten von 16.00 bis 18.00 Uhr umfasst. Auf Antrag wird eine Ferienbetreuung angeboten, die wahlweise die Betreuungszeiten 6.00 bis 7.30 Uhr, 7.30 bis 13.30 Uhr, 7.30 bis 16.00 Uhr oder 16.00 bis 18.00 Uhr umfasst.“

Wie viele Schülerinnen haben überhaupt eine Zuordnung zur Förderstufe I oder II?

Das dürfte eine mehr als geringe Zahl sein, eine berlinweite Statistik steht nicht zur Verfügung.

Wie viele Schulleiter haben Kenntnis über diese Möglichkeit der Zuordnung – ausserhalb von Grundschulen und Förderzentren/Auftragsschulen? Wie viele Eltern kennen diese Möglichkeit, welches Jugendamt kennt diese Möglichkeit?

Wer kennt eigentlich das Formular für die Zuordnung? Hier stelle ich es euch zur Verfügung, Formular Zuordnung Förderstufen, ich glaube, dass war auch einmal ein U-Bahn Fund, da das Dokument eingescannt worden ist.

Ich stelle mal folgende These in den Raum: Nicht jeder Schüler der ein  Förderzentrum “Geistige Entwicklung” noch eine Auftragsschule für die Beschulung autistischer Schülerinnen besucht, hat eine ordnungsgemäße Einstufung in die Förderstufe I oder II. Nach der zu beschliessenden Extraregelung für o.g. Schulen und deren Schülerinnen, wird die Zuordnung nicht benötigt um in den Genuss der ergänzenden Betreuung zu kommen, richtig?

Von den Schülerinnen die ausserhalb der o.g. Schulen unterrichtet werden, wird diese Zuordnung aber verlangt, richtig?

Das verstösst nach meinem Verständnis, gegen den Gleichheitsgrundsatz, richtig und könnte somit juristisch angefochten werden, richtig?

Eure Doreen

P.S. Ich weiss dass viele auf diese Einschätzung gewartet haben seit Donnerstagabend, aber ich habe mich beim Teenie mit einer fiesen Erkältung angesteckt und konnte nicht klar denken:-) Also, achtet nicht so sehr auf die Fehler, der Inhalt ist entscheidend.

About these ads