Schlimmer Schulbeginn

Gepostet am Aktualisiert am


Mein Zauberkind Max (9 Jahre alt, HF Autist) freut sich auf die Schule, dass erste mal seitdem er eingeschult ist – und dann kommt ein Desaster raus!

Mit meinem Zauberkind und mit tausend Sachen bepackt gingen wir also zur Schule im Hinterkopf, dass ein Schulhelfer vor Ort ist. Das die Schulhelferstunden sind von 10h auf 7,5h gekürzt worden sind, erfuhr ich am Mittwoch und am Freitag war ich beim Anwalt.

Ich blieb dann wie immer bei Max im Klassenraum, da ich ihm versprochen hatte zu warten auf den Schulhelfer bzw. wenn doch niemand kommt ich bei ihm in der Schule bleibe.

Es wurde dann 8.10 Uhr, kein Schulhelfer da und die Klassenlehrerin hatte keine Info wann der Schulhelfer vor Ort ist. Eine neue Erzieherin gab es auch, dann noch ein neues Kind – einfach zu viel für Max.

Die Klassenleiterin signalisierte, dass ich jetzt gehen kann.Binnen Millisekunden kamen Tränen und er schmiss sich an meine Brust. O.k. gehen wir spazieren und suchen den Schulhelfer.

Der Besuch im Sekretariat bei der Schulleiterin war ergebnislos, sie hat auch keine Informationen, evt. die zust. päd. Koordinatorin die aber jetzt nun gerade nicht im Raum war.

Max wird zunehmen unruhiger und so gingen wir auf den wundervollen Schulhof spielen und spazieren. Zwischendurch rief ich bei der Autiambulanz an: Natürlich ist ein Schulhelfer für Max vor Ort, die Schule hätte eine Liste. Er wollte sich kümmern und zurück rufen.

Die Autiambulanz kann sich das Chaos nicht erklären – klärt das jetzt aber und ruft zurück.

Da die Sache länger zu dauern schien und ich in der Schule bleiben wollte, habe ich Paula aus dem Bett geklingelt (sie musste erst um 11.ooUhr in die Schule): Einmal den Rucksack bitte, Trinken und Geld einpacken und zur Schule bringen, den hatte ich extra nicht mitgenommen um Max zu verunsichern.

Nach 40 Minuten zwang ich quasi Max wieder mit mir zur Schulleitung zu kommen, damit wir nachfragen können. Gesagt getan, mit einem extra Umweg – er wollte schon gar nicht mehr ins Gebäude.

Die Schulleitung wusste immer noch nichts, aber die päd. Koordinatorin war jetzt im Raum, aber sie hatte ebenfalls keine Ahnung, es ist kein Schulhelfer für Max da, sie hat keine Liste , keine Ahnung wann einer kommt – ???

O.k. wieder zur Schulleitung  habe dann ordnungsgemäß Bescheid gesagt, dass ich jetzt mit in die Klasse gehe bzw. dass ich mein Kind wieder mit nach Hause nehme und wir für den heutigen Tag die Schulpflicht verweigern.

Pauli rief dann an, sie suchte uns in der Schule. Sie kam dann nicht mit meinem Rucksack sondern mit dem Rucksack von Max, die Klassenlehrerin hat mit gedacht und meinte Max solle Essen und Trinken.

15 Minuten später, meine Überredungskünste sind im Eimer – jetzt bleibt er nicht einmal mit mir dort, er hat die Nase voll, alle reden auf ihn ein, er kann nicht mehr. Plötzlich kam die päd. Koordinatorin und brachte eine soeben in der Schule angefangene Praktikantin, damit jene Max betreut.

Das ist wirklich nett gemeint, aber seid wann kann man einem Autisten einen wildfremden Menschen an die Hand geben? Max blockt und will jetzt nicht mehr in den Klassenraum meinen Rucksack holen und sich verabschieden. Erwähnte ich schon, dass er in einem Förderzentrum beschult wird, die eigentlich Ahnung haben sollten wie man mit Autisten umgehen sollte?

O.k. wir gehen alle zusammen zum Klassenrau, ich glaube das waren bestimmt 4 Erwachsene?

Kindlein macht total zu, sitzt auf dem Flur und ist wieder den Tränen nahe. Die Klassenlehrerin hat ihn dann noch getröstet, es war wirklich zauberhaft.

Der erste und einzig gute Satz in der Schule zum Verhalten von Max kam von der neuen Erzieherin: “ Frau K. ich verstehe den Max, machen sie sich keine Gedanken, er braucht mehr Zeit als andere Kinder.“ Hätte ich glatt knutschen können, die Dame. Kind geschnappt und nach Hause gelaufen.

Zu Hause angekommen, rannte er sofort in die Küche suchte seinen Nuckel, sein Kuschelkissen und legte sich ins Bett und war knapp 2 Stunden nicht mehr gesehen. (Ich sehe aber immer alle 10 Minuten nach ihm, spiele auch den Kellner.)

Erneut rief ich dann in der Autiambulanz an, sie können sich das nicht erklären, es ist ein Schulhelfer für Max heute vor Ort; die Schulleitung hätte eine Liste. DAS hatte ich bereits gehört, nur von ihrem Kollegen und DAS nützt mir nichts, bitte klären sie das und rufen sie mich zurück. Für heute verweigere ich die Schulpflicht!!

Mittags rief dann die TAZ bei mir an.

15. 30 Uhr Kein Anruf aus der Autiambulanz, also rief ich in der Schule an und die Sekretärin meinte, dass wohl jemand morgen da sei.

Abends hörte ich meinen AB ab: 15. 45 Uhr Autiambulanz, morgen ist ein Schulhelfer vor Ort, ein Mann um 7.30 Uhr.

Das nennt man schulorganisatorisches Chaos auf Kosten eines Kindes und dessen Familie.

Ich habe fertig für heute!

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