Offener Brief an Prof.Zöllner v.d. Arbeitsgemeinschaft der leitenden/koordinierenden Therapeutinnen/Therapeuten der Berliner Bezirksämter

Gepostet am Aktualisiert am


Arbeitsgemeinschaft der leitenden /                                c/o Sprecher der AG – Hr. Schäfer
koordinierenden Therapeutinnen /
Therapeuten der Berliner Bezirksämter                                                   11.09.2009

An den Senator für Bildung,Wissenschaft und Forschung
Herrn Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
Beuthstr. 6 – 8
10177 Berlin

Sicherstellung der schulischen Bildung behinderter Schülerinnen und Schüler

Sehr geehrter Herr Senator Zöllner,
mit großer Betroffenheit und Bestürzung nehmen wir leitenden Therapeutinnen und Therapeuten der Berliner Bezirksämter die Kürzungen der dringend benötigten Schulhelferstunden zur Kenntnis.
Eltern berichten, dass die benötigten Schulhelferstunden für ihre Kinder wegfallen und sie selbst nun diese Arbeiten in den Schulen übernehmen und dafür ihre Arbeitsstellen aufgeben müssen.
In der Drucksache 16/13505 des Abgeordnetenhauses vom 28.08.09 berichtet Fr. Zinke für Ihre Verwaltung, dass bei einem Ansatz für Schulhelfermaßnahmen in Höhe von 5,225 Mio. € für das Jahr 2009 bereits zum 31.07.2009 4,753 Mio. € ausgegeben wurden. Es ist offensichtlich, dass das verbleibende Geld nicht ausreicht, um für weitere vier Schulmonate Schulhelfermaßnahmen zu finanzieren.
Wir können nicht verstehen und schon gar nicht hinnehmen, dass die erklärte Politik des Berliner Senats für Menschen mit Behinderung bei den jüngsten und am schwersten von Behinderung betroffenen Menschen am Anfang ihres Lebens nicht mehr greifen soll und damit das Ziel der gesellschaftlichen Integration in Frage gestellt wird.
Wenn Fachleute aus den Schulen, Therapeuten und Elternvertretungen für schwerbehinderte Kinder ein benötigtes Maß an Schulhelferstunden ermitteln und diese nachweisen und begründen können, dann darf an dieser Stelle kein Rotstift ansetzen und per Gieskannenprinzip Kürzungen vorschreiben.

Sehr geehrter Herr Senator,
Begründungen, warum besonders schwerbehinderte Kinder auf begleitende Schulhelfer angewiesen sind, haben Ihnen die betroffenen Eltern bereits vielfach vorgelegt. Dies ist an dieser Stelle von uns nicht zu wiederholen. Wir möchten daher gesetzliche Ansprüche, die aus dem Berliner Schulgesetz resultieren, anmahnen und Sie bitten, sich für die vorbehaltlose Sicherstellung einer Schulbildung für ALLE einzusetzen. Und dies in einer Zeit, in der wir von Inklusion sprechen und in der die Bundesrepublik die UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderung ratifiziert hat.
Bitte entscheiden Sie unverzüglich und zeitnah, denn die negativen Auswirkungen der nicht bewilligten Schulhelferstunden sind bereits seit dem ersten Schultag zu spüren.

Im Namen der AG leitende/koordinierende Therapeutinnen/Therapeuten der Berliner Bezirksämter

Mit freundlichem Gruß

Wolfgang Schäfer (Sprecher der AG)

Brief_Zöllner_AG Therapeuten Berliner Bezirksämter

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