Neue Regeln in der Schule – aber welche?

Gepostet am Aktualisiert am


Endlich war Freitag und der erschöpfte Max freute sich auf das Wochenende. Endlich schlafen, sich ausruhen, in Ruhe spielen und träumen.

Als ich ihn von der Schule abholte war er „merkwürdig“. Irgendwann fing er stereotyp einen Satz zu sagen: „Wir haben neue Regeln. Das gehört jetzt zu den neuen Regeln“.

Was genau diese Regeln inhaltlich ausstattet konnte er mir nicht sagen, ich fand auch keine Information von der Klassenleiterin/Erzieherin oder vom Schulhelfer vor.

Das ganze Wochenende ging das so munter weiter.

Aufgrund seiner Neurodermitis hat Max schon immer Sandalen in der Schule an, raus aus den Winterstiefeln, rein in die Sandalen. Nur so kann das Problem mit seinen Füßen halbwegs gemildert werden, natürlich wird hier auch regelmäßig gecremt, abwechselnd mit Cortisoncreme und Harnstoffsalbe.

Diese Sandalen brachte er am Freitag mit nach Hause. Gehört zu den neuen Regeln. O.k. dachte ich mir, muss ich persönlich nachfragen.

Es trug sich heute Morgen also folgendes zu:

1. Der Schulhelfer der ihn am Haupteingang empfängt und dann in die Klasse geleitet war nicht anwesend. Also konnte ich ihn nicht fragen und um Hilfe bei der Vermittlung bitten.

2. Musste ich ihn in den Klassenraum begleiten. Die Klassenlehrerin und die Erzieherin waren anwesend. Höflich fragte ich nach, welche neuen Regeln aufgestellt worden sind, Max mir sie nicht erklären konnte. Schweigen im Walde. Dann erklärte ich, dass Max die Sandalen unbedingt in der Schule anziehen muss und das seit Jahren noch nie ein Problem war. Im Gegenteil, alle Kinder haben immer Hausschuhe an, damit wird der Dreck erheblich reduziert. Das war vor 4 Jahren eine Empfehlung des Schulamtes. Palaver hin und her zwischen mir und der Erzieherin. Sie will das nicht mehr, sie hätten zu wenig Zeit, dass ständige Wechseln (?) nimmt zu viel Zeit in Anspruch. Es sind 8 Kinder und 3 Erwachsene – wo ist das Problem, dass sich jemand dann nur um Max kümmert? Angeblich werden ja keine Schulhelferstunden mehr benötigt, alles ausreichend vorhanden. Ich setzte mich dann durch, es ist mein Kind und er geht auf eine Schule für Besondere Kinder. Deshalb ist er hier.

Aus dem Augenwinkel konnte ich Max sehen wie er immer blasser wurde und der verklärte Blick kam. Ich brachte ihm dann seine Sandalen zum Platz und er verkroch sich unter dem Schreibtisch. Als ich ihn endlich bewegen konnte den Kopf nach oben zu machen, hatte ich ein weinendes Kind…..

Wir gingen dann aus dem Raum bzw. er rannte raus in die Toilette und weinte bitterlich.

Wir suchten dann seinen Schulhelfer, Fehlanzeige. Die Klassenlehrerin versuchte sich dann um Max zu bemühen, kein Erfolg.

Also gingen wir wieder spazieren und irgendwann war es wieder gut.

Ich wartete dann mal wieder vor dem Klassenraum, nicht dass er mir wieder weg läuft. Glücklicherweise kam die Praktikantin und ich legte ihr Max besonders ans Herz. Kein Problem, dafür ist sie ja extra in dieser Klasse eingesetzt – weil zu wenig Schulhelferstunden für Max vorhanden sind.

Draußen vor der Schule kam mir dann sein Schulhelfer entgegen und ich erzählte von dem Vorfall und den ominösen Regeln, die Max völlig neben der Spur laufen lassen. Er will das jetzt klären – da bin ich mal gespannt.

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