Part III. Offener Brief Eltern der Helene Häusler Schule – keine Ferienbetreuung mehr

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Mir wurde der offene Brief der Elternschaft der Helene Häusler Schule, Förderzentrum „Geistige Entwicklung“ zur Verfügung gestellt.

„Hortlücke schließen, Betreuungslöcher aufreißen – Senat setzt Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufs Spiel!“
Offener Brief der Helene-Haeusler-Schule an die bildungs- und familienpolitischen Sprecher/innen der Fraktionen im Abgeordnetenhaus
Berlin, den 22.03.2012
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen der Schulkonferenz der Helene-Haeusler-Schule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“, möchte ich mich heute mit diesem Brief an Sie wenden und Sie dringend um Unterstützung bitten. Der Gesetzentwurf von Bildungssenatorin Scheeres zum Ausbau der Ganztagsbetreuung an Berliner Schulen, der heute Thema der aktuellen Stunde im Abgeordnetenhaus sein wird und in den kommenden Wochen im Bildungsausschuss beraten werden soll, weist aus unserer Sicht erhebliche Mängel auf und bedarf dringender Korrekturen im Zuge der parlamentarischen Beratungen.
Entgegen der euphemistischen Ankündigung in der Pressemitteilung von Senatorin Scheeres vom 13.03.2012 bedeutet die geplante Neuregelung für Kinder mit Behinderungen an unserer Schule keineswegs eine Verbesserung, sondern ganz im Gegenteil eine wesentliche Verschlechterung ihrer Betreuungssituation. Einer minimalen Ergänzung der Betreuungszeit durch die Einführung eines einstündigen Moduls steht der ersatzlose Wegfall der bedarfsgerechten Ferienbetreuung entgegen. Weiterhin würde durch die neue Gesetzeslage die bisher an unserer Schule praktizierte Hortbetreuung der behinderten Schülerinnen und Schüler berufstätiger Eltern auch in den Klassen der Ober- und Abschlussstufe nicht fortgeführt werden können. Wir haben Frau Senatorin Scheeres anlässlich Ihres Schultour-Besuchs in unserer Schule am 2.3.2012 ausdrücklich auf diese fatalen Auswirkungen der Neuregelung aufmerksam gemacht und sind sehr enttäuscht, dass unsere Sorgen offensichtlich nicht ernstgenommen wurden.
Sollte die Hortbetreuung in der von Senatorin Scheeres vorgelegten Fassung neu geregelt werden, könnten viele Eltern an unserer Schule neben der aufwendigen und intensiven Betreuung ihrer behinderten Kinder keiner eigenen Arbeit mehr nachgehen. Der Wegfall der Ferienhortbetreuung und das Ende der Hortbetreuung auch älterer behinderter Kinder an unserer Schule würde eine Berufstätigkeit der Eltern nicht erlauben. Daher teilen wir die Kritik des LEA an der allgemeinen Verschlechterung der Betreuungssituation an allen Berliner Schulen und missbilligen darüber hinaus die aufgrund der besonderen Bedingungen an unserer Schule entstehende Diskriminierung von Eltern mit behinderten Kindern.
Eine verlässliche Hortbetreuung muss behinderten und nichtbehinderten Kinder gleichermaßen ergänzende Förderung zukommen lassen und sie muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen – diese Ziele verfehlt die Neuregelung und geht an der Lebenswirklichkeit vollkommen vorbei!
Wir laden Sie ein, sich von der Situation an unserer Schule persönlich zu überzeugen, Gespräche mit betroffenen Eltern zu führen und unsere Schülerinnen und Schüler kennenzulernen. Entscheiden Sie dann, ob Sie die von Senatorin Scheeres geplante Neuregelung der Hortbetreuung wirklich mittragen können – aus unserer Sicht wäre dies unverantwortlich und sogar eine Beibehaltung des jetzigen Zustandes (trotz der misslichen Hortlücke in den Klassen 5. und 6.) allemal besser und verlässlicher als eine Umsetzung des Gesetzentwurfs der Bildungssenatorin.
Für Rückfragen oder zur Vereinbarung eines Gesprächs- oder Besuchstermins stehe ich Ihnen als Gesamtelternsprecher der Helene-Haeusler-Schule gerne zur Verfügung und verbleibe
mit herzlichen Grüßen
Severin Höhmann
Kontakt: severinhoehmann@yahoo.de , 030/22390905 oder 0170/5816216

Protestbrief HHS Gesetzentwurf Hortbetreuung-22032012

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