Fast amtlich: Nix mit Vollumsetzung der inklusiven Schule in Berlin bis 2016

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Nun ist es fast amtlich, aber lest selbst.

Ich habe die Aussagen von Frau Senatorin Scheeres aus der Sitzung des Abgeordnetenhaus von gestern nieder geschrieben:-)

Umsetzung 2013/2014

Erst 4 Pilot Beratungs-, und Unterstützungszentren in  Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf und Marzahn-Hellersdorf. (Nix neues, die arbeiten ja schon fast.)

2014/2015 soll es dann flächendeckende BUZ in Berlin geben. Für Beratungszentren und Weiterbildung sind aber bislang nur  – zwei Millionen Euro für 2014 und 2,8 Millionen für 2015  im Haushalt vorgesehen. ( BUZ gibt es dann fast kostenneutral)

2014/2015 können dann auf freiwilliger Basis Schwerpunktschulen entstehen.

Leute, lieber ein vorläufiges Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Es regt sich ohne hin, niemand auf und Elternproteste im großen Stil wird es nach meiner Erfahrung auch nicht geben.

Meinungen? Hinweise? Fehler?

Eure Doreen

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13.Juni 2013

33. Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses

TOP. Mündliche Anfragen, Frau Kittler “ Die Linksfraktion” im Abgeordnetenhaus befragt Frau Senatorin Scheeres zu den Presseverlautbarungen zu den Verschiebungen der Einführung der inklusiven Schule in Berlin,  ab 45.58 Min

http://www.rbb-online.de/imparlament/berlin/13__juni_2013/13__Juni_2013_-_33__Sitzung_des_Berliner_Abgeordnetenhauses.media.%21etc%21medialib%21rbb%21rbb%21imparlament%21berlin%212013%2120130613%21imparlament_20130613_20130613_fragestunde_m_16_9_512x288.html

Mündliche Anfrage von MdA Frau Kittler: Wann kommt die inklusive Schule?

Frau Kittler: Ich fragen den Senat : 1. Treffen die in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Äußerungen zu, dass die inklusive Schule nicht mit dem Schuljahr 2014/2015 sondern erst mit dem Schuljahr 2016/2017 starten wird und wenn ja , was sind die Gründe dafür?

2. Welche zeitliche Planung hat der Senat für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes inklusive Schule ? Und ab wann und in welcher Größenordnung , soll dafür zusätzliches sonderpädagogisches Personal eingesetzt werden?

Antwort Frau Scheeres:

Die in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Aussagen treffen so in der Form nicht  zu. Zunächst möchte ich betonen, dass in Berlin  52% der Kinder mit sonderp. Förderbedarf sich jetzt schon in allg. bildenden Schulen befinden. Also das bedeutet  über die Hälfte.

Desweiteren wissen sie, dass der Doppelhaushalt vom Senat ja noch nicht beschlossen worden ist . und  Die in der Presse zitierten Aussagen betreffen lediglich einen Teilbereich des Inklusionkonzeptes, nämlich die Schaffung einer verlässlichen personellen Grundausstattung ,dass war ja der eine Punkt verbunden mit einer Nachsteuerungsreserve. Dies stand aber auch in einem ganz engen Zusammenhang dann mit der Abschaffung der Statusdiagnostik für die LES Kinder.

Sie wissen aber auch ,dass ich als Abgeordnete und Senatorin bezüglich dieses Teils immer gesagt habe das wir das so in der Form nur umsetzen können wenn wir genügend Ressourcen zur Verfügung stehen haben und da stehe ich heute auch noch zu.

Das bedeutet aber nicht für  mich das wir in der Inklusion nicht weiter voranschreiten .

Weil es gibt viele wichtige Teilschritte auch im Rahmen des Inklusionskonzeptes die ich wichtig finde und die wir umsetzen wollen.

Diesbezüglich werde ich auch ein Eckpunktepapier erarbeiten, was wir dann im Parlament diskutieren werden.

Sie haben auch in den Diskussionen mitbekommen, dass auch gerade  Fachleute sagen, dass wir diesen Prozess langsam angehen sollen und das es wichtig ist Strukturen zu schaffen, aber auch die Lehrkräfte, dass päd.  Personal mit zu nehmen und fortzubilden und diese nicht zu überfordern.

Und aus diesem Grund werden wir 4 Beratungs-, und Unterstützungszentren pilotmäßig umsetzen und ein Schuljahr später dann ein flächendeckendes System der Beratung-, und Unterstützung anbieten. Und desweiteren planen wir und bereiten wir vor, ein Qualifizierungsmaßnahmeplan.

Ich habe es ja angesprochen, dass ich es wichtig finde das  die Leitungskräfte und die Lehrkräfte Fortbildungen erhalten. Diese sollen dann 2014 starten. Und ein weitereres wichtiges Feld sind ja auch die im Konzept formulierten Schwerpunktschulen und hier sehe ich es als erforderlich an ein systematisches Konzept zur Einrichtung der Schwerpunktschulen zu erarbeiten dass dann ab dem Schuljahr 14/15 zunächst auf freiwilliger Basis Schwerpunktschulen dann eingerichtet werden können für die unterschiedlichen Bereiche z.B. Hören, Sehen , körperlich-motorische Entwicklung.

Also ich habs eben  dargestellt, was denn in den nächsten 3 Jahren statt finden kann und wird . Das wir hier in der Vorbereitung und Konzeptionierung sind und ich habe es auch angesprochen, dass das die Punkte sind die uns von den Fachkräften vielerorts immer mit auf den Weg gegeben werden . Und den zeitlichen Rahmen habe ich auch gerade dargestellt.

Wir verhandeln ja gerade den Haushalt 14/15 und was den anderen Teil den ich gerade angesprochen habe was die Grundausstattung angeht, also die ganzen Ressourcenfragen angeht, dass wird dann Thema  den bei den nächsten Haushaltsberatungen sein.

Nachfrage Frau Kittler:

Ja, also unabhängig davon, dass der Hauptteil ja dann ab 2016 ,also eigentlich haben sie es doch noch mal bestätigt, in dass nächste Wahljahr zum neuen Abgeordnetenhaus fällt, würde ich sie gerne noch Fragen wollen, ob sie finden, dass die zusätzlichen Mittel für die Brennpunktschulen von denen ja wohl nur eigentlich  die was vom Kuchen abbekommen sollen die über 50% an Anteil von Zuzahlung befreiter Kinder nachweisen können, wichtiger sind als die Vorbereitung und  Einführung der inklusiven Schule, die sich ja dann auch um diese Kinder auch besonders kümmern wollen.

Senatorin Frau Scheeres:

Ich habe eben beschrieben,dass ein wesentlicher Teil umgesetzt wird. Das ist der ganze Beratungsbereich . Sie wissen, wie wichtig für die ganzen Schulen und Eltern Beratungsaspekte sind . Wenn sie Entscheidung treffen, auf welche Schule ihr Kind gehen aber auch für die Pädagogen vor Ort. Das ist immer wieder Thema ,dass sich Pädagogen überfordert fühlen oder wie sie auch mit , ja ich sag mal, Beratungsgesprächen, Elternberatungsgesprächen umgehen sollen und das ist für mich ein ganz, ganz wichtiger Teil und der andere Punkt bezüglich der Schulen in sozialen Brennpunkten,dass ist ein völlig anderes Thema. Das kann man nicht in einen Zusammenhang bringen und sie wissen ganz genau, dass dies auch ein Thema ist,was die Schulen sehr bewegt. Gerade auch Schulen in schwieriger sozialer Lage . Ich finde nicht,dass man das eine gegen das andere ausspielen kann.

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