LEAK: PM des Landeselternausschuss Schule Berlin: Weder Instrumentalisierung noch Geiselnahme

Gepostet am Aktualisiert am


Einmal U-Bahn gefahren, nur für euch. Zum Hintergrund der wütenden PM:

„Die GEW BERLIN hat sich heute mit einem umfänglichen Schreiben an die Vorsitzende des Landeselternausschusses, Lieselotte Stockhaus-Döring, gewandt mit der Bitte, einen Elternbrief an alle gewählten, bezirklichen und schulischen Elterngremien weiter zu leiten.“

http://www.gew-berlin.de/documents/20131107_Elternbrief.pdf

Eure Doreen

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PM08-11-2013_Tarifkonflikt

Presseerklärung des Landeselternausschuss Schule Berlin, 08.11. 2013

Weder Instrumentalisierung noch Geiselnahme

Mit Entsetzen beobachtet der Vorstand des Landeselternausschusses die Versuche der GEW, die Eltern in den Tarifkonflikt mit einzubeziehen. „Eltern haben sich in eine tarifpolitische Auseinandersetzung nicht einzumischen“, erklärt Stockhausen-Doering. „Wir lassen uns nicht instrumentalisieren, noch unsere Kinder als Geiseln nehmen! Angestellte haben das Streikrecht, das müssen wir Eltern akzeptieren.

Bisher haben wir ein gewisses Verständnis mit der Unzufriedenheit der Lehrer gezeigt, weil auch wir mit der Situation an unsern Schulen unzufrieden sind. Zu wenige Lehrer, zu wenig qualifizierte Lehrer, zu viel Unterrichtsausfall, das schlägt sich in mangelnder Unterrichtsqualität und schlechten Ergebnissen von Vergleichsarbeiten und zentralen Abschlussprüfungen nieder. Zusätzlicher Unterrichtsausfall wegen der Streiks wird diese Bilanz sicher nicht verbessern!“

Der Landeselternausschuss fordert:

„Auf gar keinen Fall darf während der Prüfungszeiten gestreikt werden!“

Der Vorstand des Landeselternausschuss appelliert an beide Tarifparteien, schnell zu einer Einigung zu kommen, damit wieder ein halbwegs normaler Unterrichtsbetrieb möglich ist.

„Schön wäre es, wenn die Attraktivität des Lehrerberufs so gesteigert werde könnte, dass wieder mehr junge Menschen mit Mangelfächern, und fast alles ist Mangelfach, diesen Beruf ergreifen und man aus den Bewerbern die geeignetsten wählen kann. Im Moment müssen leider auch ungeeignete Bewerber genommen werden, wenn man sie denn findet!“ dieses Fazit zieht die LEA Vorsitzende.

Lieselotte Stockhausen-Doering

Vorsitzende des Landeselternausschusses Berlin (LEA)

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2 Kommentare zu „LEAK: PM des Landeselternausschuss Schule Berlin: Weder Instrumentalisierung noch Geiselnahme

    Holm sagte:
    8. November 2013 um 12:20 pm

    Man(n) und Frau kann es eigentlich nicht mehr hören !

    Die Überschrift dieser Presseerklärung sagt eigentlich alles in Kurzform…
    Darf ich bitte noch einmal in Erinnerung rufen, über welche Geldbeträge wir sprechen
    als Einstiegsgehaelter fuer Lehrer…ab 4000,- Euro aufwärts!

    Nicht EINEINZIGESmal wird die Verbesserung der maroden Schulen in diesem Zusammenhang gefordert, den Abriss von alten und Bau von neuen Schulen mit modernen Lernmitteln, die fehlenden Sozialarbeiter thematisiert – nicht nur an „Brennpunktschulen“-wo brennt es eigentlich nicht in der berliner Schulsituation(?), fuer die Versetzungsmöglichkeiten von ungeeigneten Lehrkräften, fuer kleinere Klassengroessen,
    die gleichen Lehrinhalte in einer Stadt, die Abschaffung des Büchergeldes,
    die begleitende Inklusion,etc. pp.

    Und jetzt, als Vergleich und zur Realitätsfindung, noch ein Kommentar zum Gehalt
    und der Arbeitsaufgabe von Kindergärtnerinnen mit Abitur und 3 jährigen Studium.
    Leider nicht aus meiner Feder, zu einem Artikel über den Selbstversuch als Kindergärtnerin.

    http://www.spiesser.de/artikel/kinderspiel

    Schön verklärt.
    Ein schöner verklärender Artikel über einen der schwersten Arbeitsplätze in Deutschland. Leider hat die tatsächliche Härte für das „Versuchskaninchen“ noch gar nicht angefangen. Ich liste einfach mal auf, was so zum Berufsbild der Erzieher/innnen gehört. Meine Frau arbeitet als Erzieherin und ich erlebe das Ganze jeden Tag live mit.

    Sie muss jeden Tag:
    – 8 Stunden am Tag Aufsicht führen (geistige Anstrengung, Verantwortung)
    – in der Regel zwischen 12 uns 18 Kinder betreuen (geistige Anstrengung, Verantwortung)
    – sich größtenteils auf ungeeigneten Hockern, im Hocken, Sitzen oder Beugen bewegen (körperliche Belastung)
    – Kinder zwischen 12 und 30kg Körpergewicht heben, und das bei Windelkinder mehrmals pro Tag und Kind (körperliche Belastung)
    – sich teilweise über längere Zeiträume Schallpegeln von über 90dB aussetzen, und das ohne Gehörschutz, da sonst die Aufsicht nicht möglich ist (körperliche und geistige Belastung)
    – täglich Kontakt mit verrotzten, hustenden Kindern haben, die weder Hand, noch Arm noch Taschentuch kennen (Kontakt mit Biostoffen, Erregern)
    – täglich mehrmals Kontakt mit Kot, Urin und Speichel haben (noch mehr Kontakt mit Erregern)

    So, wir haben das erreicht, was auch jeder Krankenpfleger jeden Tag hat. Dann machen wir mal weiter:

    – sie muss jeden Tag mindestens ein pädagogisches Förderangebot durchführen (fachliche Kompetenz)
    – dieses Angebot muss pädagogisch begründet und entsprechend der Landesrichtlinien (in ihrem Fall der Thüringer Bildungsplan) geplant sein (fachliche und Richtlinienkompetenz)
    – Die Angebote sollten in ihrer Gesamtheit alle Bildungsbereiche (Motorik, Sensorik, Sozial-, Sachkompetenzen usw.) abdecken (planerische und fachliche Kompetenzen gefordert)
    – im Tagesablauf sind die Kinder darüber hinaus individuell zu beobachten und zu fördern (fachliche Kompetenz, geistige Belastung)
    – Beobachtungen sollten dokumentiert werden (geistige Belastung, fachliceh Kompetenz)
    – Angebot und Förderung muss sich an die Konzeption der Einrichtung halten (fachliche Kompetenz)

    Allein betrachtet ist das einem Grundschullehrer nicht unähnlich, allerdings haben wir ja schon den oberen Part mit den körperlichen Belastungen, der sich zu den gerade genannten gesellt. Aber kein Problem, da kommt noch mehr…

    Sie muss teilweise Aufgaben der nur teilzeitbeschäftigten Hauswirtschaftskraft übernehmen wie z.B.:

    – Gruppenräume fegen und Staubwischen
    – Tee kochen
    – Mahlzeiten vorbereiten
    – Geschirr abspülen und trocken
    – bei Urlaub der Teilzeitkraft, sind dann noch alle Räume und Flure zu wischen
    (alles körperliche Belastungen, und hauswirtschaftliche Tätigkeiten)

    Dann gibt es noch die Gespräche mit den Eltern, Diskussionen mit den Eltern, die Vorbereitung von Entwicklungsgesprächen, Elternabenden, Feiern mit den Eltern, Teamberatungen- und Sitzungen, von denen eines jeden Tag mindestens einmal anfällt. (geistige Belastung, Verantwortung, Planung, Sozialkompetenz)

    Das Alles erfordert ein 8-Stunden-Tag im Erzieherberuf. Dann kann Sie nach Hause, legt die Füße hoch, legt sie wieder runter und plant die nächsten Angebote in ihrer Freizeit. Somit gehen jeden Tag mindestens 30 Minuten bis zu einer Stunde dafür drauf Dinge auszudrucken, Aushänge zu schreiben, Lieder zu üben oder Elemente des nächsten Angebots vorzubereiten.

    Das Ende vom Lied sind dann besondere Anlässe, die noch mehr Vorarbeit erfordern. Das wären zum Beispiel von der Leitung geforderte Präsentationen zum Elternabend. Hier gehen auch gern mal vier Stunden ins Land, die dann an Wochenenden eingeschoben werden. Überstunden gibt es dafür leider nicht. Nur die Bemerkungen: „Du musst es ja nicht so aufwändig machen.“

    Was wird also gefordert: Fachliche Kompetenz im musischen, pädagogischen, kreativen und sozialen Bereich, Planungs- und Richtlinienkompetenz, dauerhaft schwerste körperliche und geistige Arbeit, ungeschützte Arbeit an Lärmarbeitsplätzen, dauerhafter Kontakt zu ansteckungsgefährlichen Stoffen wie Kot, Urin und Speichel, Aufsichtsführung, Verantwortung für Schutzbefohlene, hauswirtschaftliche Arbeiten, unbezahlte Überstunden, unbezahlte Wochenendarbeit

    Übertragen wir das doch mal auf ein anderes Berufsfeld. Wie wäre es zum Beispiel auf den Finanzsektor. Was müssten wir einem Bankkaufmann zahlen, von dem wir erwarten, dass er:
    Fachlich kompetent ist, kreativ sämtliche Werbung selbst gestaltet, Kontakt mit Kunden und Mitarbeitern pflegt? Was bekäme er dafür alle Angebote, Kreditunterlagen, Formulare usw. entsprechend gültigen Richtlinien zu erstellen, Geschäftsabschlüsse vorzuplanen, und dabei mindestens vier seiner Arbeitsstunden eine Death-Metal-Band in seinem Büro spielen zu haben?
    Wieviel mehr gäbe es, wenn er seine Kunden jeden Tag mit einem Karren vom Foyer ins Büro schieben müsste? Ihnen bei ihren körperlichen Angelegenheiten helfen müsste? Wenn er in den Arbeitsstunden nebenbei noch Büro und Flur reinigen muss, und den Tee für die Abteilung kocht, und das Geschirr abwäscht, weil der Spüli kaputt ist?
    Was würde er machen, wenn dann die Eltern seiner Kunden kommen, um ihn mit Fragen zu löchern, kindische Vorschläge zu machen, oder einfach ihren Dickkopf durchsetzen wollen? Wieviel mehr gäbe es, wenn er dabei noch die Azubis beaufsichtigen muss? Was wäre es für eine Position, die dann noch unbezahlte Überstunden und Wochenendarbeit erfordert? Würde ein solcher Angestellter mit 1400 Euro netto am Monatsende nach Hause gehen?

    Ich denke nicht, und darum ist dieser Artikel einfach viel zu verklärend, und streut allen nur Sand in die Augen, die ansonsten dringend eine Diskussion über die Ausbeutung von Erziehern in Gang bringen sollten.

    Ach übrigens … in einer kirchlichen Einrichtung gibt es darüber hinaus keine Gewerkschaften, sondern nur einrichtungsinterne Mitarbeitervertretungen, die mit der Leitung zusammenarbeiten müssen (!), und die GEW regt übrigens auch keinen Finger um im öffentlichen Dienst die Leittarife anzupassen. Vielleicht wäre ein Arbeitskampf der Erzieherinnen dann ja mal ein Kinderspiel ?

    PS: Auf jeden Fall Respekt, dass du es probiert hast. 🙂

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      politgirl sagte:
      8. November 2013 um 2:34 pm

      Das ist was mich auch immens stört: Niemand setzt sich hörbar für die Erzieherinnen ein.

      LG Doreen

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