Gastbeitrag: Smartphone Verbot – an Berliner Schulen?

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Heute freue ich mich, euch einen Gastbeitrag zu präsentieren.

Eure Doreen

Smartphone Verbot  – an Berliner Schulen? Hier mal unter verschiedenen Blickpunkten..

Der engagierte Elternvertreter staunte nicht schlecht, als er jüngst den Blogbeitrag der Kollegin zum Thema Schulessen las, nebst Kommentatoren.
Da war von Smartphone und auch Fotoverbot die Rede.

Nun, der Elternvertreter sinnierte etwas über dieses Verbot und es kam ihm höchst seltsam vor, das es auch in einem, nämlich seinem Bezirk jüngst zu neuen Passagen in den Hausregeln der Schulen kam, die unter den Mitgliedern der bezirklichen Gremien zu Diskussionen führte.
Nunja, selbstverständlich bedarf es im Schulalltag klarer Regeln, aber seltsam mutet es schon an, wenn auch ein Fotoverbot mit den Smartphones in selbige aufgenommen wird.
Selbstredend gibt es das Recht am eigenen Bild und man möchte ja die Schülerschaft auch vor kompromittierendem Bildmaterial schützen, ein wenig Argwohn sei den „Wutbürgern“ unter den Elternvertretern jedoch erlaubt. 

Die jüngsten Hiobsbotschaften, auch im Essensangebot ( das so ganz und gar nicht vor Qualität strotzt) und die Mängel in den Schultoiletten und auch in der Gebäudesubstanz lassen sich mit der Hilfe dieser auch durchaus nützlichen Smartphones auch dokumentieren.
Oder wurden die Schulen um Abschottung gebeten?

Denn gerade beim Schulessen ist es höchst erstaunlich, das es statt diverser Caterer tatsächlich eine Verflechtung dieser gibt, wenn man als findiger Mensch einmal in das Handelsregister der Stadt schaut. Es ist schon komisch, wenn eben zwei Caterer unter der gleichen Anschrift firmieren.. und schaut man in die Firmenhistorie stellt man fest, dass der Caterer unter derselben Anschrift noch ein Fuhrunternehmen mit ähnlichem Namen hat…ein Schelm der Böses dabei denkt…
Und warum sagt Frau Scheeres Schultoiletten seien mit Restauranttoiletten nicht vergleichbar, da in Schulen nicht gegessen wird?…. 

Auszug Sitzung Abgeordnetenhaus Berlin , Plenarprotokoll 17/41, 16. Januar 2014

Martin Delius (PIRATEN):
„…. Ich habe aber eine andere Frage zu dem Thema: Können Sie mir erklären, warum gerade bei Schultoiletten nicht dieselben Hygienestandards gelten wie für gastronomische Einrichtungen in Berlin? Es wäre auch ganz schön zu wissen, ob Sie das so okay finden.“

Senatorin Sandra Scheeres (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft):

„Den zweiten Teil Ihrer Frage hatten Sie ja schon im Ausschuss gefragt, hier hatten wir auch geantwortet und gesagt, dass in den Restaurants andere Bedingungen vorhanden sind, weil in Restaurants auch gegessen wird.“

Auch stellte es sich jüngst heraus, dass auch Lehrer zu Smartphones greifen müssen, da das technische Rüstmaterial in den Schulen nicht annähernd dem Standard des 21.Jahrhunderts entspricht.

Mithilfe dieses nun „verbotenen“ Gerätes gelingt es den Lehrern, tatsächlich neues Lehrmaterial schneller herunterzuladen, als die Schulstunde um ist, um eben unseren Schülern etwas zu lehren.
Sicherlich gibt es auch die „dunkle“ Seite des Lehrkörpers, der der Versuchung nicht widerstehen kann und während des Unterrichtes „nur mal schnell“ zu Hause anrufen möchte, weil die Kinder krank und allein zu Haus sind ( dies wurde mir durch mein eigenes Kind bestätigt) oder auch um langweilige Sequenzen, wie das Aufpassen bei Klausuren mit einem Spiel zu vertreiben…
Nun so frage ich also unschuldig in die Runde, sind also tatsächlich generelle Smartphone Verbote der Weisheit letzter Schluss?
Ich meine, man sollte diese Verbote und Maßregeln nochmal überdenken und eine Lösung schaffen, die allen Seiten gerecht wird. Kommentare ausdrücklich erwünscht…

Ein engagierter Elternvertreter mit Herz für Schüler, Lehrer und Smartphones…

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P.S. http://www.derabiturient.de/news/artikel/id/smartphones-im-unterricht.html –> Beifall.

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5 Kommentare zu „Gastbeitrag: Smartphone Verbot – an Berliner Schulen?

    MilitanteMutti sagte:
    12. Februar 2014 um 9:59 am

    ..so, so, in Schulen wird also nicht gegessen? …. wozu dann die neuen Qualitätsstandards, und aufwendigen Ausschreibungen, sowie die neu gebauten Mensen im GS Bereich? Probt man für die nunmehr wichtigen neuen Standards der Qualitätsreinigung, Qualitätshygiene, Qualitätssanierung, Qualitäts-Lehrerausbildung, Qualitätsausstattung, Quali…..?

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    Holm sagte:
    12. Februar 2014 um 11:20 am

    In diesem speziellen Fall – „Handyeinschaltverbot von 08:00-17:00Uhr“, stossen meiner Meinung nach zwei Welten zusammen.
    Das reale Leben in einer Welt voller Informationstechnologie und der einer besorgten Vorstellungskraft von einigen Eltern,Lehrern, Erziehern, die überwiegend die Gefahren sehen.

    Stichwort-Generationenkonflikt: mit dieser lauten Hottenttotenmusik
    und diesen ganzen langen Haaren bringst du Dich um Deine Chancen…

    Es gab in meinen Augen eine Vernünftige Regelung an der besagten Schule.
    Die elektronischen Gadgets sind WÄHREND des Unterrichtes abgeschaltet
    und fuer den Hort gab es die Regelung nur am Freitag koennen die Kinder
    ihr Lieblingsspielzeug ( egal ob mit oder ohne Strom) mitbringen.

    Wo, wenn nicht an dem Ort des Lernens, wo die Kinder zeitlich am längsten zusammen sind, in der Schule, sollen sie sich ausprobieren koennen, Wissen teilen und erlangen ?!
    Und ausgerechnet hier verbietet man das elektrische…

    Wer gesehen und gehoert hat, wie z.B. 4 Kinder um eine PSP herumstehen
    und „fachsimpeln“, sich teilweise das Geraet untereinander austauschen um
    im Spiel „voran zu kommen „, sollte eigentlich Stolz sein ueber dieses Sozialverhalten. Teile Dein Wissen, gib anderen eine Möglichkeit etwas zu erleben was sie selber nicht haben – was soll daran verkehrt sein ?

    Und ja, auch fuer die Diskussion ueber gewaltverherlichende Spiele findet sich eine Lösung. (BTW: WER hat die eigentlich in DE zugelassen?)

    Moderne Zukunft sieht allerdings anders aus.
    Die Regel macht den Zugewinn auses, nicht das Verbot.

    Wer immer nur die Gefahr sieht und nicht die neuen Möglichkeiten,
    wird nie den Horizont erreichen und in der Gefahr (Angst) umkommen…

    P.S. Da die Schul- und Hausordnung nicht expliziet fuer Schüler sondern auch fuer
    Lehrer gilt, bedeutet dieses Verbot sinngemaess – wir lassen das reale Leben draussen und machen uns eine Welt, wie sie uns gefaellt.

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      Björn sagte:
      12. Februar 2014 um 5:36 pm

      Zu den Spielen: Hier gilt im Prinzip das Selbe, wie bei elektronischen Geräten.
      Lernen, damit umzugehen. Verbieten sorgt nur für neue Probleme und behält die alten weiter bei.

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    Holm sagte:
    12. Februar 2014 um 11:32 am

    „Die Regel macht den Zugewinn auses, nicht das Verbot.“

    Sorry, ein Schreibfehler…

    Die Regel macht den Zugewinn aus, nicht das Verbot.

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    Björn sagte:
    12. Februar 2014 um 5:33 pm

    Mal so ein Kommentar als Lehrer 😉

    1. Regeln, die man aufstellt, aber weder kontrollieren noch durchsetzen kann, sind sinnlos!

    Wer so ein Verbot einführt und ernst genommen werden will, muss das auch durchziehen. Wie will das die besagte Schule machen? Handyblocker dürfte für ne Schule nicht legal sein. Nachträglich Stahlbeton und richtig dicke Wände ginge, dürfte aber ein wenig das Schulbudget übersteigen… Und sonst? Jede Ecke im Haus zu jeder Zeit überwachen? Draußen „hinter dem Busch“? Auch die Klos? Eingangskontrolle mit Scanner vom Flughafen? Wegnehmen von Eigentum am Schultor?

    Wenn man von Beginn an eine Regel aufstellt, die unmöglich durchzusetzen ist, dann ist das Gremium wohl nicht gut beraten gewesen. Aufstellen und dann nicht durchsetzen sorgt langfristig dafür, dass Regeln nur noch als Wischi-Waschi gesehen werden. Es greift damit auch die anderen Regeln an, die durchaus sinnvoll im Miteinander sein können.

    2. Medienkompetenz

    Tja…Wie soll man das formulieren?

    Sachen die Menschen nicht kennen, können sie nur selten sinnvoll einsetzen. Wenn ich – weit ab jeder Realität – nun komplett alle elektronischen Geräte verbanne, dann denke ich zwar, ich schaffe mir ein geschlossenen Raum, wenn dieser aber aber mit der Realität nicht zu tun hat und man sich den Großteil seiner Zeit außerhalb der Schule aufhält (die 5x 9h sind halt nur ein kleiner Teil der Zeit pro Woche), dann ist das nicht hilfreich.

    Die per Smartphone abrufbaren Inhalte sind nicht per se „böse“ oder „gut“. Aber zu lernen, was sinnvoll ist, wo (durchaus auch) Gefahren lauern und wie man mit bestimmten Inhalten umgeht, das sollte Schule wohl doch leisten können (müssen).
    Hier gibt es so wunderbare Anknüpfungspunkte. Beispielsweise um Texte zu interpretieren, können alte Quellen genutzt werden, aber auch aktuelle Texte, die ohne weiteren Kostenaufwand online einsehbar sind etc.

    3. Regeln+Nutzen statt verbieten

    Das gilt sowohl für die Beispiele mit den Schülern (Essen fotografieren) als auch für die Lehrer. Die Dinger haben Möglichkeiten, die man nutzen kann. Warum das nicht einfach machen? Warum verbieten? Wenn Lehrer nicht damit fotografiert/gefilmt werden wollen, dann kann dies geregelt werden. Das ist dann sogar noch Alltag im Leben, denn auch da darf ich nicht jede x-beliebige Person aufnehmen und dann das Bild irgendwo hochladen. Das sind praxisnahe Regeln, die 1:1 im Alltag angewendet werden können.

    Dafür kann ich mit den Geräten mal eben unterwegs ne Präsentation basteln, Dinge protokollieren (Wandertag, außerschulisches Lernen,…) und dann direkt am nächsten Tag oder ein paar Stunden später präsentieren. Ohne dass sich die Schüler und Schülerinnen abends, 5 Stunden später nochmal zu Hause hinsetzen müssen.

    Mir fallen sogar spontan noch mehr Beispiele ein, aber das ist jetzt hier nicht der Rahmen/Sinn.

    Aber was wichtig ist: Man kann den elektronischen Kram sogar im Unterricht benutzen. Dafür braucht es nur Regeln, die von beiden Seiten verstanden werden können.

    4. Toiletten

    Ich bin Sprachlos. Direkt nach den Änderungen zur Schulspeisung so eine Aussage. Von der Berliner „Bildungssenatorin“. Selbst wenn sie keine Ahnung vom Schulalltag hat, aber hierfür braucht es doch grad mal ein Kurzzeitgedächtnis…

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