Kinderdoc “Sprechen Sie russisch?” und andere Dramen


Vorab: Ich bin nicht fremdenfeindlich eingestellt, jeder der mich kennt weiss das.  Aber von einem Kinderdoc kann ich erwarten, halbwegs verstanden zu werden damit vernünftige Kommunikation  statt  finden kann- oder?

Im Ärztehaus befinden sich 2 Kinderärztinnen  (seit einem Jahr sind neue vor Ort und beide haben einen Migrationshintergrund, und wir haben dort schon einiges dort erlebt und wir gehen nur im Notfall dort hin.) Leider sind das die einzigen Kinderdoc’s im Umkreis von 10 km. Vor knapp einem Jahr hatte ich zum Sachverhalt unlängst etwas dazu geschrieben:  https://politgirl.wordpress.com/category/kinderarzt/

Im Dezember hatten wir einen Termin zur Grippeschutzimpfung, dass ging voll in die Hose. Die Ärztin hatte es nicht nötig gehalten, vorher in die Akte von Max zu sehen bezüglich der Diagnosen, u.a. hat er eine attestierte Spritzenphobie und demzufolge muss sich der Ablauf der Impfung anders ablaufen, dass hatte ich ihr bereits gefühlte 1000mal erklärt. Max konnte nicht geimpft werden, ein schlimmer Overload (weinen, schreien, zittern, Panik) folgte dann.

Zur Krönung des Termins, kam dann eine Schwester und legte mehrere Zettel wortlos auf meine Jacke.

Ihr müsst euch vorstellen: Ihr habt dieses unglückliche Menschenkind umarmt, versucht ihn zu beruhigen und da legt jemand wortlos, erklärungslos Zettel auf eure Jacke.  Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Termin für die J1 sowie die dazugehörigen Fragebögen handelte.

Ich habe nicht! um den Termin gebeten, ob das bei Max aufgrund seiner Phobien (es gehen nur Notfallbehandlungen, für lau geht er nirgendwo mehr hin) und Behinderungen Sinn macht, stelle ich sowieso in Frage und würde das zunächst mit seinen Ärzten im SPZ diskutieren.

Perplex, ich.  Meine Reaktion fiel dann entsprechend kurz aus, ich hatte mit Max zu tun.

Aber nun zu heute: Paula hat ein Problem, dieses sprachen wir beim letzten Mal auch an und das es mal ausgetestet werden sollte.

Also gab es dann heute einen Termin. 10.15 Uhr –>11.30 Uhr waren wir dann endlich dran. Ohne Worte, denn es war nicht übermäßig voll, noch kamen Notfälle rein.

Beim Dezembertermin fiel mir schon auf, dass wir die einzigen Muttersprachlerinnen sind und das hier in Lichtenberg, wo wir alles laut Medien nur Nazis sind. Auch wohnen hier im Wohngebiet nicht besonders viele Migranten, von daher wundern wir uns stark woher die Verschiebung kommt und wo die anderen Eltern hin geflüchtet sind. (Tipps für einen anderen Doc ;muss nicht zwingend ein Kinderdoc sein, bitte hier in Laufnähe oder der Hausbesuche macht, wenn es Max schlecht geht, dringend erbeten.)

Das ganze dauerte dann 3 Minuten beim Kinderdoc. Unter anderem fing die Kinderärztin mit dem Satz: “Sprechen Sie russisch? ” an, den Sachverhalt mit mir nochmal zu klären. Ich bin mir ziemlich sicher,dass sie nur Bruchstücke verstanden hat.

(Da könnte ich noch drüber hinweg sehen, wenn ich das Gefühl hätte, dass sie wirklich weiss was sie in diesem Fall machen muss, ausser eine Überweisung zu schreiben, dass hätte sie im Dezember bereits erledigen können als wir dort u.a. auch deshalb dort vorstellig waren. Geldschneiderei nenne ich das. Gibts da Auflagen vom Konzern, der dieses Ärztehaus betreibt?)

“Ich schreibe Überweisung ins Krankenhaus für Test. Welches Krankenhaus soll ich schreiben? Lindenhof (das Kinderkrankenhaus ist schon lange geschlossen) oder Friedrichshain?”

“Für welchen Test soll meine Tochter ins Krankenhaus?”

“Atemlufttest.”

(Eine weitere Fragestunde, Diskussion über Sinn und Unsinn, dieses Testes habe ich mir gespart, da ich belesen bin und ich weiss, dass es entweder mit einem Atemlufttest oder einem Bluttest lokalisiert werden kann. Heilung würde es ohne hin nicht geben und wir müssen bedenken, dass Paula jetzt sich auf ihren mittleren Schulabschluss vorbereitet und die erste große Prüfung bereits im März statt findet. Wir können jetzt mal eben keinen großen Zirkus veranstalten, also hätte ich gerne einen Bluttest pronto und die Notfallmedis falls sich doch mal irgendwo die Zutat verbirgt, die ihr diese Probleme bereitet.)

Sprachlos, fassungslos. Willkommen in Absurdistan.

Kinderarzt Part II


Von den vollmundig verkündeten und plakativ herausgestelltem Sachverhalt, dass ab 01. 10. 2010 2 Kinderärzte im Poliklinikum anfangen, ist letztlich nur eine Ärztin pünktlich angekommen. Die andere Ärztin soll am 1.11. 2010 anfangen, warten wir ab.

Einen ersten Termin haben wir wahrgenommen, leider ist die Verständigung mit der Ärztin etwas sehr schwierig, da sie gebürtig aus Rußland stammt. Das kann heiter werden. Zumindestens war sie freundlich und hat alle Cremes aufgeschrieben die wir momentan für seine Neurodermitis benötigen.

Ansonsten genießen wir die Ferien, die Zeit, die freie Zeit die wir haben.

Part III, fehlende Kinderärzte


Siehe da, jetzt kam ein Hochglanzbrief vom Ärztehaus in dem wir aufgeklärt werden, dass die eine Ärztin in Rente gegangen ist, die andere Ärztin zum 30.09. 2010 (sagte ich doch) aus privaten Gründen ausscheidet und dann 2 neue Kinderärzte zur Verfügung stehen.

Das nennt man Schadensbegrenzung, Imagepflege.

Blumen und Obstkörbe können an die bekannte Adresse übersendet werden.

Zeitungsartikel


Alles klar?! Wochenblatt

Kinderarzt für 3500 Kids fehlt,Behandlungsverweigerung im Ärztehaus durch Empfangsmitarbeiterin


Fehlende Kinderärzte in einem Wohngebiet mit rund 3500 Kinder- und Jugendliche im Alter von 0- 18 Jahren – gibt’s nicht?

Doch meine lieben Leserinnen, das gibt es.

Hier bei uns im Wohngebiet, fünf Minuten von unserem Zuhause, befindet sich ein Ärztehaus. Viele Mediziner praktizieren unter einem Dach.

Das ist perfekt für eine Familie mit chronisch kranken Kindern, die in der Regel öfter als normal einen Kinderarzt benötigen. In diesem Ärztehaus waren zwei Kinderärzte angestellt; leider ging die eine ein paar Monate später in Rente und kam nur noch stundenweise vorbei, und dann war endgültig Schluss.

Noch längere Wartezeiten im Akutfall, noch längere Wartezeiten auf einen Termin. O.k., das ist nicht das Problem, wir kommen immer schnell dran.

Somit war nur noch ein Kinderarzt da, das erfuhr ich in dem Moment, als wir einen Termin hatten. Der Termin diente nur für den Quartalscheck für die Überweisung ins Sozialpädiatrische Zentrum für Max und  just an diesem Tage erkrankte Paula an einem Infekt. Das war am 2. August.

Am 12. August, also zehn Tage später, hatte sie so arge Luftprobleme in der Nacht (sie ist chronisch an Infektasthma erkrankt, schon im Babyalter), dass ein Arztbesuch angezeigt war. Das Ärztehaus hat eine Hotline, dort habe ich schnell angerufen wegen eines Notfalltermines und da erfuhr ich dann auch, dass die Kinderärztin immer noch erkrankt sei und keine Vertretung organisiert werden konnte.

Nicht weiter tragisch, dachte ich, denn es gibt in diesem Ärztehaus 4 Allgemeinmediziner  und dort wollte ich einen Termin ausmachen.

Dieses wurde mir verwehrt mit der Begründung, dass keine Kinder behandelt werden. Auch mein Einwand, dass dieses Kind fast 15 Jahre alt ist und im Chronikerprogramm beim dortigen Pneumologe erfasst ist, brachte uns keinen Termin.

Der Pneumologe sei am heutigen Tag auch nicht im Hause. Ich könnte doch in das Kinderkrankenhaus am Lindenhof fahren erzählte mir dann die Dame der Hotline.

Wozu sollte ich ins Krankenhaus, wenn dort im Ärztehaus viele Ärzte sind? Teenie muss nur angeschaut werden, dann sehen wir in die elektronische Patientendatei, wissen welche Medikamente erhöht werden müssen usw.

Rucksack gepackt, Kinder im Schlepptau und wir gingen persönlich hinüber ins Ärztehaus.

Der Empfangstresen beim Kinderarzt war nicht besetzt, ebenfalls befand sich weder ein Hinweisschild, wann die Kinderärztin wieder im Dienst sei, noch welcher Vertretungsarzt zuständig ist oder was im Notfall zu tun sei.

Merke: 10 Tage nachdem die Kinderärztin erkrankte.

Dann gingen wir zum Empfangstresen bei den Allgemeinmedizinern und dort passierte das Unglaubliche: Die dortige Schwester servierte uns ab, Kinder werden nicht behandelt – und basta!

Das sollten sich alle mal visualisieren: Eine Mutter steht mit einem großen Jungen an der Hand (er könnte ja weg laufen und hat wie immer Angst beim Arzt) und einem Teenie, das offensichtlich sehr krank ist, weil Augenringe bis zum Boden zu sehen sind und sie auch ständig hustet, am Tresen und schildert das Problem.

Der Mutter hinter dem Tresen, gegenüber eine Dame, die das nicht interessiert und die Mutter wegschickt. Zumindestens konnte ich der Dame entlocken, dass der Pneumologe doch heute noch kommt, gegen 13.00 Uhr, und ich könnte es dann versuchen.

Ich nahm meine Kids, bevor ich explodierte und sah ein Schild: 1. Etage Hausärzte, die nicht zum Ärztehaus gehören sondern dort nur ihre Räume haben.

Wieder bei der Hotline angerufen, wegen eines kurzfristigen Notfallbesuchs beim Pneumologen, den haben wir nicht erhalten, der Doktor behandelt nur nach Termin!

Ab in die 1. Etage und schon stand ich bei einem Allgemeinmediziner in Vorzimmer. Die Dame dort war wirklich sehr nett und bot mir gleich einen Stuhl an:-))

Ich schilderte ihr das Problem, Teenie hustete wie irre und wir durften bleiben. Die Arzthelferin war so entsetzt über das Verhalten über ihre vermeintlichen Kolleginnen, dass sie dort anrief und nicht gerade leise aufregte über die Unverschämtheit. Wir mussten nur 30 Minuten warten, obwohl das Wartezimmer voll war. Supernette Ärztin, die auch gleich fragte, ob der Max auch schon krank sei und Schokolade gab es auch.

Die neuen Medis brachte nicht wirklich Hilfe, aber darum geht es nicht.

Teil 2 folgt, denn am 16.08. 2010 erfuhr ich per Gerüchteküche, dass die Kinderärztin nicht wieder kommen wird , da informierte ich den BVV-Vorsteher sowie den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, welche prompt reagierten.

Autistentauglichen Kinderdoc gefunden


Nur mal schnell: Wir waren heute bei der neuen Kinderärztin, nicht weil Max kränkelt sondern wir benötigten einen Überweisungsschein für das SPZ.

Drama beim los gehen pur, denn er wollte nicht los gehen und keinen Umständen, niemals nicht und überhaupt ist alles Mist. Er ist nicht krank und braucht also keinen Doc. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, dass wir endlich uns in Bewegung setzten. Glücklicherweise ist die neue Kinderärztin nur 3 Minuten entfernt, sie hat bis vor kurzem in der Rehaklinik Hohenstücken gearbeitet:-).

In den 10 Minuten Wartezeit, ist er alle 2 Minuten zur Tür rein und raus, rein und raus, sass auf dem Fußboden und hielt sein Rasenmäher fest. Als wir dann zur Ärztin reingerufen wurden, musste ich ihn hin schieben, aber alles ging gut.

Naja, anfassen hat er sich nicht war auch nicht nötig. Am 28.9. 2009 gibt es die Grippeschutzimpfung, dafür haben wir extra Emla-Pflaster bekommen. Schaun wir mal mit wie vielen Leuten wir ihn festhalten müssen. Armes Kind , arme Mama – ich war einmal komplett durchgeschwitzt.