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Leak:Brandbrief v. Schulleiterinnen aus Tempelhof-Schöneberg – Thema Inklusion

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Frisch aus der U-Bahn ein Brandbrief von Schulleiter/innen der Grundschulen der Region 07, Tempelhof-Schöneberg.

Schönes Wochenende Eure Doreen

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Schulleiter/innen der Grundschulen Berlin, den 01.10.2014

der Region 07

An die Senatorin für BJW

Frau Scheeres

An SenBJW Abtlg. I Herrn Arnz

An SenBJW Abtlg. II D Frau Kern

über

Sen BJW I 07Herrn Rubbert

Sen BJW 07 I 3 Frau Langel-Carossa

Sehr geehrte Frau Senatorin

sehr geehrte Damen und Herren,

die Berliner Schulen sollen sich auf den Weg zu einem inklusiven Schulsystem begeben. Viele Schulen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg sind bereits seit langer Zeit auf diesem Weg. An vielen Schulen lernen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam den ganzen Tag. Die Bedingungen unter denen die Kinder gemeinsam lernen, haben sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert, weil die notwendige personelle und sächliche Ausstattung den Schulen nicht zur Verfügung steht. Eine erneute Verschlechterung der Ausstattung in diesem Schuljahr hat dazu geführt, dass viele Schulen in eine Notlage geraten sind:

  • Die massive Kürzung der Schulhelferstunden (mehr Kinder haben Schulhelferbe-darf, Veränderung des Berechnungsschlüssels, Lohnerhöhung nach dem Tarifvertrag der Länder ohne dass der Etat für SchulhelferInnen entsprechend erhöht wurde) führt dazu, dass viele Kinder weniger oder gar keine Unterstützung durch SchulhelferInnen erhalten. Da der Hilfs- und Pflegebedarf jedoch nicht einfach wegfällt, geraten die Kinder und LehrerInnen in schwierige Situationen, weil das Personal für die entsprechende notwendige Unterstützung nicht vorhanden ist. Auch die kurzfristige Nachsteuerung mit Schulhelferstunden behebt das Problem nicht.

Wir fordern die Deckelung der Schulhelferstunden umgehend aufzuheben und die Ausstattung kindbezogen bedarfsgerecht zu gestalten.

  • Die Kürzung der Ausstattung mit Lehrerstellen durch die Deckelung des zur Verfügung stehenden Etats bei gleichzeitig steigender Zahl der Kinder mit sonder-pädagogischem Förderbedarf in der Integration hat dazu geführt, dass für die integrative Beschulung von Kindern mit Förderbedarfen in den Bereichen Lernen, emotional-soziale Entwicklung, Sprache, körperlich-motorische Entwicklung von 4,5 Stunden im Jahr 2001/02 nur noch 1,5 Stunden im Jahr 2013/14 zur Verfügung stehen. Diese Ausstattung reicht nicht aus, um den Kindern die Förderung zukommen zu lassen, die sie benötigen.

Wir fordern die Aufhebung der Deckelung des Etats für die integrative Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Eine Kürzung der Stunden durch negativen Dispo darf nicht möglich sein.

Unter den o.g. Bedingungen ist es nicht möglich, die bisherige integrative Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarfen weiter erfolgreich fortzuführen. Durch unzureichende personelle und sächliche Rahmenbedingungen können erprobte und bewährte Integrationskonzepte nicht mehr umgesetzt werden. Eine Weiterentwicklung des Unterrichts und der Schulen in Richtung inklusive Schulen ist so nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen